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| Forschungsstipendien und Preise |
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Wie sich Stipendien und Preise auf den weiteren Lebensweg der Wissenschaftler ausgewirkt haben, haben der PMS viele der Ausgezeichneten geschildert. Im Folgenden geben wir einige der Erfahrungsberichte in Auszügen wieder:
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Prof. Dr. Ignaz O. Auer, Chefarzt Juliusspital, Akademisches Lehrkrankenhaus Würzburg
PMS-Stipendiat 1972, State University of New York at Buffalo, USA
'Nach zwei Jahren Tätigkeit als Postdoctoral Research Fellow am Department of Immunology and Microbiology der State University of New York at Buffalo (SUNYAB) war es mir durch das Stipendium der Paul-Martini-Stiftung möglich, meine Tätigkeit als Clinical Research Fellow am Department of Medicine, Division of Clinical Immunology and Rheumatology, am Meyer Memorial Hospital der Medical School der SUNYAB um ein volles Jahr zu verlängern.
Aufbauend auf der vorausgegangenen Ausbildung ergab sich für mich hier die entscheidende Weichenstellung sowohl für meine wissenschaftliche Tätigkeit im Bereich der Darmimmunität und immunologisch bedingter Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes als auch meine klinische Tätigkeit in Kombination von Gastroenterologie und Rheumatologie. Die Bedeutung der Darmimmunität für zahlreiche Erkrankungen nicht nur des Gastrointestinaltraktes sind heute unumstritten. Entsprechend haben meine wissenschaftlichen Arbeiten, vor allem zur Immunologie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen M Crohn und Colitis ulcerosa, in den 15 darauffolgenden Jahren auch internationale Anerkennung gefunden. (..)
Zusammenfassend darf ich sagen, dass gerade dieses dritte Jahr meiner USA-Ausbildung, das durch die Förderung der Paul-Martini-Stiftung möglich wurde, sowohl meinen wissenschaftlichen als auch meinen klinischen Werdegang entscheidend geprägt und vorentschieden hat.
Die daraus resultierenden Veröffentlichungen wie auch die heutige, mehr klinisch betonte Tätigkeit wären in ihrer Art wie auch in ihrer Qualität ohne die seinerzeitige Förderung durch die Paul-Martini-Stiftung nicht möglich gewesen.'
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Prof. Dr. Michel Eichelbaum, Leiter des Dr. Margarete-Fischer-Bosch-Instituts für Klinische Pharmakologie in Stuttgart, PMS-Stipendiat 1973, Karolinska Institut Huddinge, Schweden, PMS-Preisträger 1976
'Es ist nunmehr über 20 Jahre her, dass mir der Paul-Martini-Preis verliehen wurde. Wie bei einer Reihe von Preisträgern war auch bei mir die ausgezeichnete Arbeit meine Habilitationsschrift. Über die Auszeichnung habe ich mich natürlich gefreut, stellte sie doch eine Anerkennung für die geleistete wissenschaftliche Arbeit dar. Der Preis hat mich zweifelsohne bestärkt, auf diesem Forschungsgebiet weiter zu arbeiten. Die in dieser Arbeit gemachte Entdeckung eines genetischen Polymorphismus im Arzneimittelstoffwechsel des Menschen ist bis heute der Schwerpunkt meiner wissenschaftlichen Arbeit geblieben.
Für diese Entdeckung und die daraus resultierenden Arbeiten sind mir in der Folge noch der Poul Edvard Poulsson Award der Norwegian Society of Pharmacology and Toxicology, die Paul-Martini-Medaille, der Robert-Pfleger-Preis, der William N. Creasy Award des Burroughs Wellcome Fund und der Auftrag, die Rudolf-Buchheim-Gedächtnisvorlesung der Deutschen Gesellschaft für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie zu halten, verliehen worden.'
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Prof. Dr. Roland Gugler, Direktor der I. Medizinischen Klinik des Städtischen Klinikums Karlsruhe, PMS Stipendiat 1973, University of Kansas, USA
'Durch das Stipendium der Paul-Martini-Stiftung hatte ich Gelegenheit, bei Herrn Prof. Dr. D. L. Azarnoff an der University of Kansas Medical Center in Kansas City (USA) für 16 Monate klinisch und im Forschungslabor zu arbeiten. Sehr rasch wurde mir während meiner Arbeit klar, dass diese eine ausgezeichnete Wahl war, da an dieser Institution in besonderem Maße auf die klinische Umsetzung der klinisch-pharmakologischen Forschungsergebnisse geachtet wurde. Es war auch offensichtlich, dass ich als Stipendiat der schon damals hoch angesehenen Paul-Martini-Stiftung besonders willkommen war. (...)
Aufbauend auf diese Arbeiten war es mir nach meiner Rückkehr nach Deutschland durch die großzügige Unterstützung durch Herrn Prof. Dengler rasch möglich, ein funktionsfähiges Forschungslabor aufzubauen. In der Folge erhielt ich über 12 Jahre kontinuierliche Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, über mehrere Jahre auch durch das Bundesministerium für Forschung und Technologie.
Ich konnte meine Forschung im klinisch-pharmakologischen Labor und in der Klinik gut ausbauen, mich 1976 habilitieren und in der Folge eine klinische Oberarztstelle erhalten. 1988 wurde ich zum Direktor der I. Medizinischen Klinik des Städtischen Klinikum Karlsruhe gewählt. Ich betrachte die Förderung durch das Stipendium der Paul-Martini-Stiftung als die entscheidende Grundlage für meinen wissenschaftlichen Werdegang.
Während der Stipendienzeit konnte ich mich vollständig auf die wissenschaftliche Arbeit konzentrieren und sowohl methodische als auch konzeptionelle Erfahrungen sammeln, die es mir bei meiner weiteren Arbeit ermöglichten, neben einer verantwortungsvollen klinischen Tätigkeit weiter produktiv in der Forschung zu arbeiten.'
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Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Institut für Pharmakologie der Universität Greifswald, PMS-Kurzstipendiat, Universität Basel (Schweiz), PMS-Preisträger 1993
'Auf Initiative von Prof. Eichelbaum bewilligte mir die PMS 1987 ein Kurzstipendium für einen Aufenthalt in der Arbeitsgruppe von Prof. Meyer am Biozentrum in Basel. Aufgrund der sehr guten Arbeitsbedingungen gelang es, innerhalb von 4 Wochen Experimente zum Stoffwechsel eines Antiarrhythmikums komplett durchzuführen, sodass als Ergebnis des Stipendiums eine Publikation erfolgte. Die hier begonnen Arbeiten habe ich in den USA fortgesetzt und mich 1992 auch über diesen Themenkomplex habilitiert.
Für die Habilitationsschrift, die also zum Teil auf PMS-geförderten Untersuchungen basierte, wurde mir 1993 der PMS-Preis zugesprochen, sodass mich die PMS (wie es Herr Prof. Weihrauch seinerzeit formulierte) vom Stipendium zum Preisträger begleitet hat.
Es sei außerdem noch angemerkt, dass die Akzeptanz von Naturwissenschaftlern in der Klinischen Pharmakologie bisweilen nicht ganz unproblematisch ist, sodass die Anerkennung der wissenschaftlichen Arbeit durch den PMS-Preis als externes Qualitätsmerkmal für mich große Bedeutung hat.'
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