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Preisträger
seit 1969
Jury
Ausschreibung
Paul-Martini-Preis 2001 verliehen Seite drucken
Paul-Martini-Preis 2001 für Arbeit zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit verliehen
Berlin/Wiesbaden (PMS). Der mit 50.000 DM dotierte Paul-Martini-Preis wurde in diesem Jahr Privatdozent Dr. med. Martin Fromm vom Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie in Stuttgart zuerkannt. Mit diesem Preis wurden seine Arbeiten über neue Mechanismen von Arzneimittelwechselwirkungen gewürdigt.
So konnte gezeigt werden, dass erhöhte Plasmakonzentrationen eines Arzneimittels bei gleichzeitiger Gabe eines zweiten Arzneimittels durch Hemmung des Transporterproteins P-Glykoprotein verursacht werden können. Chinidin, ein Medikament zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, und Digoxin, das die Kontraktionskraft des Herzmuskels bei Herzinsuffizienz stärkt, werden manchen Patienten gleichzeitig gegeben. Bei Chinidin-Einnahme führen fixe Digoxin-Dosen zu höheren Digoxin-Konzentrationen im Blut, so dass die Gefahr einer Überdosierung entsteht. Von Digoxin ist bekannt, dass die Substanz ohne wesentlichen Abbau ausgeschieden wird und zwar mit Hilfe von P-Glykoprotein, das z. B. in Nieren, Leber und Darm vorkommt. Dieses ist ein Transporter-Protein, das vor allem der Elimination von Chemotherapeutika, aber auch einer Vielzahl weiterer Arzneimittel dient.

Der Preisträger untersuchte die Hypothese, ob die P-Glykoprotein-vermittelte Digoxin-Ausscheidung durch Chinidin gehemmt wird, was den bekannten Anstieg des Digoxins bei gleichzeitiger Chinidin-Gabe erklären würde.
Dr. Fromm konnte in Zellkulturen den aktiven transzellulären Transport von Digoxin und von Chinidin nachweisen, sofern die Zelllinien das P-Glykoprotein polarisiert aufweisen. Dieser Digoxintransport konnte durch Chinidin gehemmt werden. Eine weitere Beobachtung gelang ihm bei sogenannten Knock-out-Mäusen, bei denen das Gen für das Digoxin transportierende P-Glykoprotein entfernt war.
Während bei den Kontrollmäusen Chinidin den erwarteten Anstieg der Digoxinplasmakonzentrationen auslöste, war dieser Effekt bei den Knock-out Mäusen nicht mehr zu beobachten. Zusammengefasst konkurrieren Chinidin und Digoxin als Substrate um den Transport durch P-Glykoprotein. Es wurde so belegt, dass die Hemmung eines Transporterproteins einen Mechanismus einer Arzneimittelinteraktion darstellen kann, die zu erhöhten Arzneimittelkonzentrationen führt.

Die mit dem Paul-Martini-Preis gewürdigte Arbeit ist 1999 in Circulation, der kardiologischen Zeitschrift mit dem höchsten wissenschaftlichen Renommee, publiziert worden. Es handelt sich dabei um Forschung zu einem unmittelbar klinisch relevanten Thema mit anspruchsvollster Methodik und um einen konkreten Beitrag zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit. In einer weiteren Arbeit hat Dr. Fromm die Bedeutung des sogenannten prähepatischen, vor der Leberpassage angeordneten Arzneimittelstoffwechsels in der Dünndarmschleimhaut untersucht.
Bei gleichzeitiger oraler Gabe von Arzneimitteln kann der intestinale Arzneimittelstoffwechsel beim Menschen schneller ablaufen und zu einem nicht erwünschten Wirkungsverlust eines Arzneimittels führen. Insgesamt kommt dem Autor das Verdienst zu, den prähepatischen Arzneimittelstoffwechsel ins Zentrum der Aufmerksamkeit der klinischen Pharmakologie aber auch der Pharmakogenetik gerückt zu haben.

Preisträger
PD Dr. Martin Fromm
Dr. Margarete-Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie
Auerbachstr. 112
70376 Stuttgart
Telefon +49. 711. 81 01 37 53
Telefax +49. 711. 85 92 95
E-mail martin.fromm@ikp-stuttgart.de

Ausgezeichnet wurden seine Arbeiten über neue Mechanismen von Arzneimittelwechselwirkungen:

  • 'Inhibition of P-Glycoprotein-Mediated Drug Transport'
  • 'Bedeutung des intestinalen Stoffwechsels und des ABC-Transporterproteins P-Glykoprotein für die Pharmakokinetik und Wirkung von Arzneimitteln.'
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