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Preisträger
seit 1969
Jury
Ausschreibung
Preiswürdig: Thalidomid gibt Hoffnung bei Multiplem Myelom Seite drucken
Paul-Martini-Preis 2003 für klinisch-therapeutische Arzneimittelforschung verliehen
Wiesbaden, 28. April 2003. - Bei Multiplem Myelom gibt es Hoffnung auf Remission und Lebensverlängerung durch Thalidomid. Dass dieser Wirkstoff zunehmend effektiver eingesetzt werden kann, ist Studien und pharmakogenetischen Untersuchungen von Privatdozent Dr. med. Hartmut Goldschmidt vom Universitätsklinikum Heidelberg zu verdanken. Dafür wurde er heute in Wiesbaden mit dem Paul-Martini-Preis 2003 geehrt. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Paul-Martini-Stiftung, Berlin, anlässlich der Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) für herausragende Leistungen in der klinisch-therapeutischen Arzneimittelforschung verliehen.

Der Knochenmarkstumor Multiples Myelom hat nach wie vor eine schlechte Prognose. Seit vor einigen Jahren Thalidomid in die Rezidiv-Behandlung eingeführt wurde, ließen sich jedoch vielfach auch bei Tumoren mit Resistenz gegen konventionelle Chemotherapie partielle Remissionen erzielen. Goldschmidt und andere konnten zeigen, dass dafür neben anti-angiogenetischen noch andere Wirkungen des Thalidomid verantwortlich sein müssen.

Goldschmidts klinische Studien an der Medizinischen Klinik und Poliklinik V des Universitätsklinikums Heidelberg trugen insbesondere dazu bei, die angemessene Dosierung von Thalidomid zu klären, Prognosefaktoren für das Therapieansprechen zu identifizieren und das Medikament in eine Kombinationschemotherapie einzuführen.

Bemerkenswert ist insbesondere ein pharmakogenetischer Prognosefaktor: So konnten Goldschmidt und sein Team zeigen, dass ein Polymorphismus im Promotor des Gens für den Tumornekrosefaktor TNF , der mit erhöhten Konzentrationen des Faktors assoziiert ist, auch mit höheren Raten beim progressionsfreien und beim Gesamtüberleben nach Thalidomidtherapie einhergeht. Damit weist Goldschmidt der Therapieforschung zum Multiplen Myelom eine neue Richtung: die Erprobung weiterer TNF- -Hemmer.

Wie Professor Dr. Dr. h.c. Peter C. Scriba vom Klinikum Innenstadt, Universität München, in seiner Laudatio betonte, ist es sehr erfreulich, dass das Potenzial von Thalidomid, an dem aufgrund der Contergan-Tragödie lange Zeit nicht mehr therapeutisch weitergeforscht wurde, nun Patienten mit Multiplem Myelom zugute kommt.

Mit der Entscheidung der Europäischen Union Ende 2001, Thalidomid für die Therapie des Multiplen Myeloms den Orphan Drug Status zu gewähren, ist zu erwarten, dass diese derzeit noch in klinischer Erprobung befindliche Substanz in absehbarer Zeit von der europäischen Zulassungsagentur EMEA für diese Indikation genehmigt wird.

Die Paul-Martini-Stiftung
Die gemeinnützige Paul-Martini-Stiftung, Berlin, fördert die Arzneimittelforschung sowie die Forschung über Arzneimitteltherapie und intensiviert den wissenschaftlichen Dialog zu Fragen der Arzneimittelforschung und -entwicklung zwischen medizinischen Wissenschaftlern in Universitäten, Krankenhäusern, der forschenden pharmazeutischen Industrie und anderen Forschungseinrichtungen sowie Behörden.

Der Paul-Martini-Preis wird jährlich für herausragende Leistungen bei der Entwicklung wissenschaftlicher Methoden zur Beurteilung klinisch-pharmakologischer und therapeutischer Maßnahmen sowie zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet verliehen. Die Stiftung wurde 1966 von den in der medizinisch-pharmazeutischen Studiengesellschaft zusammengeschlossenen sieben deutschen Pharmaunternehmen gegründet. 1994 übernahm der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA), Berlin, mit seinen derzeit 44 Mitgliedsunternehmen die Trägerschaft.

Die Stiftung und der von ihr ausgelobte Preis sind benannt nach dem herausragenden Bonner Wissenschaftler und Arzt Professor Paul Martini, in Würdigung seiner besonderen Verdienste um die Förderung und Weiterentwicklung der klinisch-therapeutischen Forschung, die er mit seiner 1932 veröffentlichten "Methodenlehre der therapeutischen Untersuchung" über Jahrzehnte wesentlich geprägt hat.

Der Lebenslauf, ein Foto des Preisträgers sowie einige Pressemitteilungen können heruntergeladen werden.

Foto des Preisträgers (.jpg, 300 dpi)
Lebenslauf des Preisträgers (.pdf)
Pressemitteilung vom 28.04.2003 (.pdf)
Pressemitteilung vom 08.05.2003 (.pdf)
Pressemitteilung vom 16.05.2003 (.pdf)
Pressemitteilung vom Juni 2003 (.pdf)
Pressemitteilung vom Oktober 2003


Preisträger
PD Dr. Hartmut Goldschmidt
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Medizinische Universitätsklinik und Poliklinik V
Hospitalstraße 3
69115 Heidelberg
Telefon +49. 62 21. 56 80 08
Telefax +49. 62 21. 56 58 13
E-mail hartmut_goldschmidt@med.uni-heidelberg.de
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