Ausschreibung 2018
Jury
Paul-Martini-Preis 2017
Paul-Martini-Preis 2016
Paul-Martini-Preis 2015
Paul-Martini-Preis 2014
Paul-Martini-Preis 2013
Paul-Martini-Preis 2012
Paul-Martini-Preis 2011
Paul-Martini-Preis 2010
Paul-Martini-Preis 2009
Paul-Martini-Preis 2008
Paul-Martini-Preis 2007
Paul-Martini-Preis 2006
Paul-Martini-Preis 2005
Paul-Martini-Preis 2004
Paul-Martini-Preis 2003
Paul-Martini-Preis 2002
Paul-Martini-Preis 2001
Preisträger
seit 1969
Jury
Seite drucken
Auszeichnung für verträglichere Behandlung bei Lymphknoten-Krebs
Paul-Martini-Preis 2013 verliehen
Prof. Dr. Andreas Engert (links) mit dem Vorsitzenden der Jury für den Preis, Prof. Dr. Stefan Endres
Foto: Paul-Martini-Stiftung

Wiesbaden, 08.04.2013 (PMS). Patienten mit Hodgkin Lymphom, einer Form von Lymphknoten-Krebs, können heute wesentlich verträglicher behandelt werden als noch vor wenigen Jahren, und das bei unverändert guter Wirksamkeit. Dies ist maßgeblich der Deutschen Hodgkin Studiengruppe unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Engert von der Uniklinik Köln zu verdanken, denn dieser Zusammenschluss deutscher Krebsärzte aus mehr als 400 Einrichtungen hat die entsprechenden Therapiepläne konzipiert und erprobt. Dafür ist Engert heute mit dem mit 25.000 Euro dotieren Paul-Martini-Preis ausgezeichnet worden. Dieser Preis wird jährlich von der Paul-Martini-Stiftung, Berlin, für herausragende Leistungen in der klinisch-therapeutischen Arzneimittelforschung verliehen. Die Verleihung fand bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden statt.

Jährlich erkranken in Deutschland rund 2.500 Patienten neu an Hodgkin Lymphom, darunter auch Kinder. Dabei kommt es zu schmerzlosen Schwellungen von Lymphknoten. Galt diese Erkrankung noch vor drei Jahrzehnten als unheilbar, zählt sie mittlerweile zu den Krebsformen mit den besten Heilungschancen. Behandelt wird sie mit Chemotherapie und Bestrahlungen. Leider kann die Behandlung auch zu Spätschäden führen, beispielsweise Leukämien, Herz- und Lungenschäden, vorzeitige Menopause oder Unfruchtbarkeit. Daher konzentrierte sich die Studiengruppe in den letzten Jahren - mit Erfolg - auf die Entwicklung von Therapieplänen, die das Lymphom unvermindert gut bekämpfen, aber mit weniger Chemotherapie-Gaben und geringeren Bestrahlungsdosen auskommen. Binnen kurzer Zeit wurden die neuen Behandlungspläne zum internationalen Standard.

Bessere Verträglichkeit war auch eines der Ziele bei der Entwicklung eines neuen Hodgkin-Medikaments mit der Bezeichnung Brentuximab Vedotin, an der Engert mit der Studiengruppe mitwirkte. Der Wirkstoff heftet sich fast nur an die Tumorzellen und zerstört diese, während er andere Körperzellen weitgehend unbeeinträchtigt lässt. Das Medikament ist seit kurzem zugelassen; weitere Studien zum optimierten Einsatz des Wirkstoffs in verschiedenen Krankheitsstadien laufen oder sind in Vorbereitung.

An den Therapiestudien der Deutschen Hodgkin Studiengruppe beteiligen sich über 400 medizinische Einrichtungen: Universitäts- und andere Kliniken, Krankenhäuser sowie spezialisierte Facharztpraxen. Rund 60 Prozent der Patienten mit Hodgkin Lymphom in Deutschland werden im Rahmen von Studien therapiert.

Der Preisträger

Prof. Dr. med. Andreas Engert ist leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik I an der Uniklinik Köln mit Schwerpunkt Onkologie, Hämatologie, Klinische Infektiologie, Klinische Immunologie, Hämostaseologie und internistische Intensivmedizin. Seit 2007 leitet er die Deutsche Hodgkin Studiengruppe. Seine Arbeit konzentriert sich insbesondere auf Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Hodgkin Lymphoms, auf klinische Studien zu Lymphomen und die Entwicklung neuer Ansätze für die Krebstherapie. Das Hodgkin Lymphom und Antikörper-basierte Therapieansätze waren bereits Thema seiner Habilitation 1995 ("Entwicklung von Immuntoxinen für den Einsatz bei Hodgkin Lymphomen"). Studienaufenthalte führten ihn u.a. nach London, Los Angeles und Peking.

Die Paul-Martini-Stiftung

Die gemeinnützige Paul-Martini-Stiftung, Berlin, fördert die Arzneimittelforschung sowie die Forschung über Arzneimitteltherapie und intensiviert den wissenschaftlichen Dialog zwischen medizinischen Wissenschaftlern in Universitäten, Krankenhäusern, der forschenden Pharmaindustrie, anderen Forschungseinrichtungen und Vertretern der Gesundheitspolitik und der Behörden. Träger der Stiftung ist der vfa, Berlin, mit seinen derzeit 44 Mitgliedsunternehmen.

Die Stiftung ist benannt nach dem herausragenden Bonner Wissenschaftler und Arzt Professor Paul Martini (1889-1964), in Würdigung seiner besonderen Verdienste um die Förderung und Weiterentwicklung der klinisch-therapeutischen Forschung, die er mit seiner 1932 veröffentlichten "Methodenlehre der therapeutischen Untersuchung" über Jahrzehnte wesentlich geprägt hat.


Die Pressemitteilung, Lebenslauf und Fotos der Preisträger können heruntergeladen werden.

Presseerklärung der Paul-Martini-Stiftung (Allgemein) (.pdf)
Presseerklärung der Paul-Martini-Stiftung (Fachpresse) (.pdf)
Foto des Preisträgers Prof. Dr. Andreas Engert (.jpg)
Lebenslauf des Preisträgers (.pdf)


Der Preisträger
Prof. Dr. Andreas Engert

Uniklinik Köln
Klinik I für Innere Medizin
Kerpener Str. 62
50937 Köln

Tel: +49 221 478-5933
Fax: +49 221 478-3778
E-Mail: a.engert@uni-koeln.de

Paul Martini | Stiftung | Veranstaltungen | Paul-Martini-Preis | Publikationen | Historischer Film | Kontakt | Impressum