„Paul Martini Early Career Awards für klinische Forschung 2026“ verliehen ‒ für medizinischen Fortschritt durch Studien mit Patientinnen und Patienten
Berlin (PMS). Am 30. Oktober 2026 verleiht die Paul-Martini- Stiftung in Berlin die „Paul Martini Early Career Awards für klinische Forschung 2026“. Sie gehen an Dr. Thilo von Groote (Universitätsklinikum Münster), Dr. Stefanie Zorn (Univer- sitätsklinikum Ulm) und Dr. Justin Ferdinandus (Universitäts- klinikum Köln). Die Prämierten haben mittels klinischer Studien zu besseren Diagnose- oder Therapiemöglichkeiten für Patientinnen und Patienten beigetragen, die an einem Hodgkin Lymphom oder genetisch bedingter Adipositas leiden oder große Operationen benötigen. Die mit jeweils 6.000 Euro dotierten Auszeichnungen werden im Rahmen des Herbst- symposiums der Paul-Martini-Stiftung übergeben.
Mit den ‚Paul Martini Early Career Awards für klinische Forschung‘ werden jährlich bis zu drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bis zum vollendeten 35. Lebensjahr für herausragende Leistungen im Bereich klinische Forschung und klinische Pharmakologie ausgezeich- net. Ausgewählt werden sie jedes Jahr vom wissenschaftlichen Beirat der Stiftung, dessen Vorsitz Prof. Dr. med. Robert Zeiser vom Universitätsklinikum Freiburg hat.
„Die Arbeiten der Prämierten zeigen, wie wesentlich klinische Forschung dafür ist, dass neue Therapie- und Diagnosekonzepte nicht nur Ideen bleiben, sondern validiert und in der Patientenversorgung eingesetzt werden“, so Zeiser. „Auch liefert sie immer wieder Anstöße für die medizinische Grundlagenforschung. Deshalb möchte die Paul- Martini-Stiftung mit diesen Preisen deutlich machen, dass Medizine- rinnen und Mediziner auch als Clinician Scientist berufliche Erfolge erzielen und zum medizinischen Fortschritt beitragen können.“
PD Dr. med. Thilo von Groote (Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Münster) arbeitete den Nutzen einer Biomarker-gesteuerten leitliniengerechten Präventionsstrategie gegen das Auftreten akuter Nierenschädigung (AKI) nach großen Operationen heraus. Das gelang ihm mit Hilfe der prospektiven randomisiert-kontrollierten Studie „BigpAK-2“ mit Patientinnen und Patienten mit erhöhtem AKI-Risiko. Zu den Präventionsmaßnahmen gehörten eine postoperative Optimierung des Herz-Kreislaufsystems, das Vermeiden nierenschädigender Substanzen und Kontrastmittel, eine strukturierte Flüssigkeitstherapie sowie die frühe Kontrolle postoperativer Blutzuckerentgleisungen. Von Grootes Forschung leistet damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Patientensicherheit und verbesserten operativen Outcomes.
Dr. biol. hum. Stefanie Zorn (Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Ulm, Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit) entwickelte Kriterien für die pädiatrische Diagnostik von bestimmten genetisch bedingten Formen von Adipositas und für die Charakterisierung des klinisch-metabolischen Profils bei diesen Erkrankungen. Dafür analysierte sie unter anderem in einer multinationalen Verlaufsstudie die Wachstumsverläufe von Kindern mit Adipositas und verglich dabei Kinder mit und ohne Adipositas-assoziierten Genen. Eine zweite Studie ‒ zum metabolischen Profil von Personen mit einer genetisch bedingten Form von Adipositas ‒ führte sie in Kooperation mit der Universität Cambridge (UK) durch. Ihre Ergebnisse tragen zur besseren Diagnose und Therapiewahl bei Kindern mit Adipositas bei. Zudem deuten sie auf eine bislang unbekannte Funktion des an der Gewichtsregulation beteiligten Hormonrezeptors MC4R im Lipidstoffwechsel hin.
PD Dr. med. Justin Ferdinandus (Klinik I für Innere Medizin, Uniklinik Köln) schloss eine Behandlungslücke für ältere Patientinnen und Patienten mit klassischem Hodgkin-Lymphom: Neben jungen Erwachsenen erkranken auch Menschen ab 60 Jahren häufig daran, doch ein wirksamer Therapiestandard fehlte für sie. In einer Kohortenstudie der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG) zeigte Ferdinandus, dass das BrECADD-Regime ‒ ein auf einem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat basierendes Chemotherapieschema ‒ auch bei Patientinnen und Patienten zwischen 61 und 75 Jahren wirksam und verträglich ist und die Behandlungsdauer individuell anhand des PET-Ansprechens angepasst werden kann. Die Ergebnisse belegen ein hohes Ansprechen mit dauerhaften Remissionen.
Paul Martini
Die „Paul Martini Early Career Awards für klinische Forschung“ wurden – wie auch der schon seit Jahrzehnten im Frühjahr verliehene Paul-Martini-Preis – zum Gedenken an den Wissenschaftler und Arzt Professor Paul Martini (Bonn) gestiftet. Damit werden dessen Verdienste um die Förderung und Weiterentwicklung der klinisch-therapeutischen Forschung gewürdigt, die er mit seiner bereits 1932 veröffentlichten 'Methodenlehre der therapeutischen Untersuchung' wesentlich geprägt hat.
Die Paul-Martini-Stiftung
Die gemeinnützige Paul-Martini-Stiftung fördert die wissenschaftliche Entwicklung moderner Arzneimitteltherapie für eine wirksame und sichere Versorgung von Patienten und Patientinnen. Seit sechzig Jahren ist die Stiftung eine Brücke zwischen akademischer Wissenschaft, Klinik, forschender Industrie und Politik. Dazu dienen die jährlich ausgerichteten Symposia und Workshops, die Verleihung des Paul-Martini-Preises und der Early Career Awards für Klinische Forschung. Träger der Stiftung ist der Verband forschender Arzneimittelhersteller, Berlin, der als Verband derzeit 51 forschende Pharma-Unternehmen vertritt.
Die Stiftung ist benannt nach dem Bonner Wissenschaftler und Arzt Professor Paul Martini (1889 - 1964), in Würdigung seiner besonderen Verdienste um die klinisch-therapeutische Forschung.
Materialien
PD Dr. med. Thilo von Groote(auf dem Monitor) von der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Münster, erhielt einen „Paul Martini Early Career Award für Klinische Forschung 2026“ der Paul-Martini-Stiftung, Berlin. Links: Prof. Dr. med. Robert Zeiser (Universitätsklinikum Freiburg), Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung. Mitte: Dr. Matthias Meergans, Geschäftsführer der Paul-Martini-Stiftung.
Foto: Foto: Paul-Martini-Stiftung / D. Laessig. Verwendung mit Quellenangabe für die Berichterstattung zur Preisverleihung frei. Das Das Foto können Sie hier herunterladen.
Dr. biol. hum. Stefanie Zorn (Mitte) von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Ulm, Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit) erhielt einen „Paul Martini Early Career Award für Klinische Forschung 2026“ der Paul-Martini-Stiftung, Berlin. Links: Prof. Dr. med. Robert Zeiser (Universitätsklinikum Freiburg), Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung. Rechts: Dr. Matthias Meergans, Geschäftsführer der Paul-Martini-Stiftung.
Foto: Foto: Paul-Martini-Stiftung / D. Laessig. Verwendung mit Quellenangabe für die Berichterstattung zur Preisverleihung frei. Das Das Foto können Sie hier herunterladen.
PD Dr. med. Justin Ferdinandus (Mitte) von der Klinik I für Innere Medizin, Uniklinik Köln, ist einer der Preisträger der „Paul Martini Early Career Award für Klinische Forschung 2026“ der Paul-Martini-Stiftung, Berlin. Links: Dr. Matthias Meergans, Geschäftsführer der Paul-Martini-Stiftung. Rechts: Prof. Dr. med. Robert Zeiser (Universitätsklinikum Freiburg), Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung.
Foto: Foto: Paul-Martini-Stiftung / D. Laessig. Verwendung mit Quellenangabe für die Berichterstattung zur Preisverleihung frei. Das Das Foto können Sie hier herunterladen.
PD Dr. med. Thilo von Groote (Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Münster).
Foto: Rechte Uni Münster. Verwendung mit Quellenangabe für die Berichterstattung zur Preisverleihung frei. Das Foto in hoher Auflösung können Sie hier herunterladen.
Dr. biol. hum. Stefanie Zorn (Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Ulm, Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit
Foto: Universitätsklinikum Ulm. Verwendung mit Quellenangabe für die Berichterstattung zur Preisverleihung frei. Das Foto in hoher Auflösung können Sie hier herunterladen.
PD Dr. med. Justin Ferdinandus (Klinik I für Innere Medizin, Uniklinik Köln)
Foto: MedizinFotoKöln. Verwendung mit Quellenangabe für die Berichterstattung zur Preisverleihung frei. Das Foto in hoher Auflösung können Sie hier herunterladen.